Honigbienen im LEO-Garten
Im Garten des Hofguts Leo hört man sie bei schönem Wetter überall summen und emsig von Blüte zu Blüte fliegen.
Für viele ist sie wohl das bekannteste Insekt neben der Stechmücke oder Fliege. Die Honigbiene.
Sie ist nicht nur ein wichtiges Insekt, sie gehört auch zu den drittwichtigsten Nutztieren in Deutschland und kommt direkt nach Rindern und Schweinen. Mit einem geschätzten Wirtschaftlichen Nutzen von ca. 2 Milliarden Euro in Deutschland, lohnt es sich, diese kleinen Krabbler genauer anzuschauen. Doch wir sollten sie nicht nur auf ihren wirtschaftlichen Nutzen begrenzen.
Der Mensch und die Honigbiene haben eine lange Geschichte, welche bis in die Steinzeit zurück reicht. Bei archäologischen Ausgrabungen fand man in Spanien Höhlenmalereien, die „Honigjäger“ zeigt. Diese Höhlenwandmalerei wurde auf ca. 10.000 Jahre v. Chr. geschätzt und gilt als ältester Beweis für die Imkerei.
Die Geschichte der Imkerei
Etwa 3.000 v. Chr. betrieben die alten Ägypter die Imkerei und gaben dem Honig den Namen „Die Speise der Götter“ und verewigten die Biene sogar als Hieroglyphe.
Die alten Griechen fanden heraus, dass der Honig eine sehr gute Medizinische Wirkung besitzt. Er wurde eingesetzt für die Fiebersenkung und zur Wundheilung. Das war ca. 600 v. Chr.
Im Mittelalter wurde die Imkerei zum Beruf. Die sogenannten Zeidler betrieben eine Waldbienenhaltung. Das liegt daran, dass unsere Honigbiene ursprünglich eine Waldbewohnerin ist und das Volk in Baumhöhlen brütet. Bienen wurden im Mittelalter besonders von Klöstern geschätzt wegen des Bienenwachses. Zeitweise wurden Bienen im Mittelalter auch als Waffe eingesetzt, indem man Bienenkörbe auf die Angreifer fallen ließ.
Die Imkerei, wie man sie heute kennt, mit Beuten (Behausung der Bienen) und Rähmchen wurde ab 1851 von dem US-Amerikaner Lorenzo Langstroth entwickelt und stetig weiter entwickelt.
Das Bienenvolk - ein durchdachter Aufbau
Das Bienenvolk (auch der Bien genannt) kann aus bis zu 70.000 Individuen (einzelnen Bienen) bestehen. Der Bien besteht hauptsächlich aus drei Arten von Bienen:
- Die Königin, sie ist verantwortlich für den Fortbestand des Volkes. Die Königinnen entscheiden selbstständig, ob aus dem von ihr gelegten Ei eine weibliche oder männliche Biene wird. Eine Bienenkönigin kann bis zu 2.000 Eier am Tag legen. Die Bienenköniginnen werden ca. 5 Jahre alt. Es gibt nur eine Königin pro Volk.
- Die Drohnen, sie sind für die Begattung der Jungköniginnen zuständig. Eine Drohne lebt ca. 30 Tage bevor sie stirbt. Die Drohnen machen ca. 5% eines gesunden Bienenvolkes aus
- Die Arbeiterinnen, bilden den größten Teil eines Bienenvolkes aus. Das Leben einer Arbeiterbiene ist sehr unterschiedlich. Man unterteilt Sie in Winter- und Sommerbienen
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- Die Sommerbiene hat eine Lebenserwartung von ca. 6 Wochen (42 Tage).
Ihr Leben folgt den folgenden Regeln: - Tag 1-3 Putzbiene (Reinigt Zellen, bereitet sie für neue Eier vor)
- Tag 4-12 Ammenbiene (Füttert Larven mit Futtersaft und Gelée Royale)
- Tag 13-16 Baubiene (Produziert Wachs, baut Waben, verdeckelt Brut)
- Tag 17-20 Wächterin (Bewacht das Flugloch, verteidigt den Stock)
- Ab Tag 21 Flugbiene/Sammlerin (Sammelt Nektar, Pollen, Wasser und Propolis)
- Die Sommerbiene hat eine Lebenserwartung von ca. 6 Wochen (42 Tage).
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- Die Winterbiene hat eine Lebenserwartung von bis zu 9 Monaten. Da sie keine Sammelarbeit leisten und das Volk über den Winter warm halten, leben sie länger.
Das Bienenjahr beginnt im Februar
Das Bienenjahr fängt meist im Februar mit Reinigungsflügen an und die Königin beginnt mit der Eiablage. Die Volkstärke ist hier noch bei ca. 10.000 Individuen und es befinden sich keine Drohnen im Volk.
Im April wächst das Volk enorm an und beginnt stark zu expandieren und kann mit zunehmender Verfügbarkeit von Nektar und Pollen schnell auf 40.000 Individuen anwachsen. Die ersten Drohnen schlüpfen und warten auf Jungköniginnen.
Im Mai ist die Spitze des Bienenvolkes erreicht mit bis zu 70.000 Individuen. Dies ist auch die Hauptzeit in der es zu Schwarmbildungen bei Bienen kommt. Zu einer Schwarmbildung kommt es, wenn ein Volk merkt, dass der vorgesehene Raum für das Volk zu klein wird, es werden dann sogenannte Königinnenzellen gebildet. Sobald die erste Jungkönigin geschlüpft ist, fliegt die alte Königin mit der Hälfte des Volkes davon und sucht sich ein neues Zuhause.
Im August werden die verbleibenden Drohnen in der sogenannten Drohnenschlacht aus dem Volk geworfen. Das Volk beginnt sich zu reduzieren und sammelt nur noch Honig für die Winterruhe. Das Volk ist jetzt wieder auf ca. 30.000 Individuen geschrumpft.
Im Oktober zieht sich das Volk zurück, begibt sich in die Winterruhe und die Königin legt keine Eier mehr.
Ihr seht, die Honigbiene ist ein sehr faszinierendes Insekt.
Ohne sie wäre unsere Welt nicht nur weniger süß, sondern auch deutlich ärmer an Vielfalt und Leben.
Es lohnt sich, dieses kleine Wunder der Natur zu schützen und zu bewahren – für uns und kommende Generationen.
Autor & Bildmaterial:
Roman Fuchs – Imker & Naturfotograf aus Leidenschaft
Mehr Infos: Fuchs Naturfotografie.de